Für viele Menschen der Gegenwart reduziert sich der Himmelfahrtstag auf seine Rolle als “Vatertag”. Die christlichen Ursprünge und Hintergründe sind vielen nicht bekannt. Aber auch der Vatertag wurzelt vielleicht teilweise in religiösem Brauchtum: Am Himmelfahrtstag waren Flurumgänge und -umritte üblich. Oftmals wird dies als Imitation des Gangs der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung der so genannten Apostelprozession interpretiert. Jedoch ist diese religiöse Erklärung ebenso wie die zweite christliche Interpretation, die die Erinnerung an die vom Papst Leo III. am Montag, Dienstag und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt eingerichteten Bittprozessionen in den Mittelpunkt der Erklärung stellt, umstritten. Viele halten die Flurumgänge und –umritte für einen germanischen Rechtsbrauch, wonach jeder Grundeigentümer einmal pro Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den Besitzanspruch aufrechtzuerhalten. Worin auch immer Grund oder Anlass der Flurumgänge ursprünglich lagen, bereits im Mittelalter hatten sie oft den religiösen Sinn verloren und wurden zu quasireligiösen Touren, bei denen der Alkohol eine große Rolle spielte. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich schließlich aus diesen Trinktouren Herrenpartien, die – nach Einführung des Muttertages – problemlos zum Gegenstück, dem Vatertag ausgeweitet wurden.




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